Strahlenschutz

Zum Ziel des Strahlenschutzes muss jede Indikationsstellung von röntgenologischen und nuklearmedizinischen Untersuchungen von einem fachkundigen Arzt überprüft und evtl. durch alternative Untersuchungsverfahren (MRT, Sonographie) ersetzt werden. Unsere Röntgenpraxis verfügt über zahlreiche Techniken die zusätzlich die Strahlenexposition weiter reduzieren können. Grundsätzlich soll jede röntgenologische oder nuklearmedizinische Maßnahme nur nach sorgfältiger Indikationsstellung angeordnet werden. Relative Kontraindikationen für Röntgen und Szintigraphie sind die Schwangerschaft sowie die Durchführungen bei Kindern. Im Falle von Kindern und Schwangeren sollte eine besonders strenge Indikationsstellung erfolgen und nur nach sorgfältiger Abklärung zwischen Risiko der Strahlenexposition und dem möglichen diagnostischen oder therapeutischen Nutzen für den Patienten durchgeführt werden. ALARA-Prinzip: Strahlenexposition As Low As Reasonable Achievable). Bei einer Vielzahl von Fragestellungen ist es möglich, heute gänzlich auf Röntgenstrahlen zu verzichten. So können z. B. die hirnversorgenden Arterien wie auch die Becken-Beingefäße einschließlich der Gefäße im Bauchraum mittels Kernspintomographie nicht invasiv und ohne jegliche Strahlenbelastung dargestellt werden.

Maßnahmen zum Strahlenschutz

Unsere Praxis unterliegt einer unabhängigen externen regelmäßigen Begutachtung durch die jeweiligen Behörden (Gewerbeaufsicht, TÜV, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Landesamt für Umwelt und Gewerbeaufsicht). Parallel dazu läuft eine externe regelmäßige Zertifizierung im Rahmen des Radiologienetz Rhein-Neckar-Pfalz. Zusätzlich sorgen permanente Qualitätskontrollen in monatlichen, wöchentlichen und teilweise im täglichen Abstand für eine Wahrung des Qualitätsstandards und zur Vermeidung von unnötiger Strahlenbelastung. Seit 2002 beschäftigen wir zusätzlich eigens einen speziell ausgebildeten Medizinphysik-Experten der in regelmäßigen Abständen die Arbeit in der Nuklearmedizin und im Röntgenbereich überwacht und begutachtet.

Medizinphysikexperte: Dipl. Physiker Peter Hödl

Strahlenschutzverantwortlicher: Dr. med. Ch. Georg

Strahlenschutzbeauftragter: Dr. med. B. Betsch

Unser ärztliches Hilfspersonal wie auch die Ärzte selbst unterliegen dieser externen unabhängigen Überwachung. Unser Personal frischt gemäß den aktuellen Bestimmungen der Röntgenverordnung bzw. der Strahlenschutzverordnung ihre Fachkunde in regelmäßigen Abständen durch spezielle Strahlenschutzkurse immer wieder auf. Regelmäßige Stichprobenanalysen durch die ärztlichen Stellen, unseren Medizinphysik-Experten und offizielle Stellen wie die Gewerbeaufsicht, technischer Überwachungsverein etc. gewährleisten eine kontinuierliche Qualitätssicherung.

Unsere Röntgengeräte werden regelmäßig und sorgfältig überprüft. Die Anforderungen sind in der Röntgenverordnung (RöV) beschrieben. Die Inbetriebnahme eines Röntgengerätes erfolgt nur nach Abnahme durch einen Sachverständigen der zuständigen Überwachungsbehörde. Eine kontinuierliche Qualitätssicherung gewährleistet eine gleichbleibend hohe Qualität über die gesamte Nutzungsdauer der Geräte. Es erfolgen stichprobenweise Qualitätskontrollen durch die ärztliche Stelle der Landesärztekammern. Alle Personen welche bei der Durchführung von Röntgenaufnahmen beteiligt sind, unterziehen sich regelmäßig einer Ausbildung und speziellen Schulung. Für unsere Röntgen- und nuklearmedizinische Einrichtung haben wir einen Strahlenschutzverantwortlichen (Dr. med. Ch. Georg) und einen Strahlenschutzbeauftragten (Dr. med. B. Betsch).

Unser Personal ist angehalten weitere Maßnahmen zur Reduktion der Strahlenbelastung unbedingt durchzuführen (gute Kompression bei der Mammographie, optimale Ausnutzung der Filmkassette, individuell optimierte Einblendung des Strahlenfeldes, Niedrigdosis-CT, eventuell Durchführung alternativer Untersuchungsverfahren mit Verzicht auf Röntgenstrahlung etc.).

Besitzen sie einen Röntgenpass, so werden die entsprechenden Untersuchungen (konventionelles Röntgen, Computertomographie oder Szintigraphie) jeweils von uns eingetragen. Wenn sie noch keinen Röntgenpass besitzen stellt ihnen unsere Praxis gerne ein entsprechendes Dokument aus. Im Röntgenpass werden das Datum der Untersuchung, die untersuchte Körperregion und die Adresse der durchführenden Einrichtung vermerkt. Die bei der jeweils durchgeführten Röntgenuntersuchung aufgetretene Strahlenexposition wird zusätzlich in ihren Patientenunterlagen bei uns dokumentiert. Den Röntgenpass sollten sie bei jeder Untersuchung mit Röntgenverfahren (Röntgen, Durchleuchtung, Computertomographie) mitbringen und die entsprechende Untersuchung eintragen lassen. Zusätzlich sollten sie Ihren Arzt immer informieren, wenn in der letzten Zeit bereits ähnliche Röntgenuntersuchungen bei Ihnen durchgeführt worden sind.

Allgemeine Informationen zur Strahlenbelastung

Durch individuelle und konstitutionelle Gegebenheiten des Patienten, wie auch die Aufnahmetechnik des Röntgeninstitutes sind die üblichen Strahlendosen in einem gewissen Rahmen variabel. Die Strahlenbelastung einer konventionellen Röntgenaufnahme liegt je nach untersuchter Körperregion ungefähr bei 10 bis 20 %, maximal 50 % der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung. Die unten aufgeführten Dosiswerte stammen aus gegenwärtig aktuellen Veröffentlichungen der Europäischen Kommission zum Strahlenschutz und wurden in Studien in Deutschland und England erhoben.

Die Werte sind durchschnittliche Strahlendosen die ein Standardpatient mit 70,0 + 5,0 kg/Körpergewicht erhält. Individuell können die jeweiligen Dosen erheblich schwanken. Variable Einflussfaktoren auf die jeweils applizierte Dosis sind: Belichtungsdauer, Körpergröße, Körpergewicht, Körperdurchmesser und Zusammensetzung (Fettgewebe, Knochengewebe etc.). Bei Durchleuchtungen ist ganz entscheidend jeweils die erforderliche Durchleuchtungsdauer. Mit zunehmender Dauer steigt linear auch die entsprechende Strahlenbelastung. Bei der Röntgenfilmaufnahme ist vor allem die Verwendung der Empfindlichkeitsklasse der Röntgenfilme sowie der Verstärkungsgrad der Filmfolien- Kombination entscheidend für die jeweils applizierte Dosis.

Dosis in der Kinderradiologie

Auch bei Kleinkindern und Säuglingen ist in bestimmten Fällen eine Röntgenuntersuchung unverzichtbar. Generell ist jedoch die Indikationsstellung zum Röntgen bei Kindern aufgrund einer höheren Strahlensensibilität in jedem Falle sehr eng zu stellen. Bei Kindern deren Körper bis zu 3-fach strahlenempfindlicher gelten ganz besonders strenge Richtlinien bei der Durchführung von Röntgenuntersuchungen. Es gilt die Strahlenbelastung des kindlichen Körpers auf ein Minimum zu beschränken.

Die Vorkehrungsmaßnahmen betreffen sowohl die Rechtfertigung der Untersuchung (Indikation) als auch die technische Durchführung selbst. Für die Aufnahmen bei Kindern müssen spezielle Filter, spezielle Einstellungen und speziell ausgewähltes Filmmaterial verwendet werden. Bei Kindern werden von uns ergänzend spezielle Verstärkerfolien, die eine weitere Reduktion der Strahlenbelastung erlauben verwendet. Nach Möglichkeit wird eine Alternativuntersuchung ohne Strahlenbelastung (Ultraschall oder Magnetresonanztomographie) von uns durchgeführt.

Unser Personal achtet auch individuell optimierte Einblendung und Einstellung bei der Röntgenaufnahme. Bei speziellen Fragestellungen kann auf die Durchführung einer Aufnahme in der 2. Ebene (z.B. beim Thorax zur Frage Lungenentzündung) verzichtet werden. Weitere Details zum Röntgen bei Kindern finden sie auch auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Radiologie.

Dosis in der Computertomographie

In der Computertomographie bestehen vergleichsweise relativ hohe Dosen die im Einzelfalle durchaus das Mehrfache der normalen natürlichen jährlichen Strahlenbelastung überschreiten. Die Werte sind Mittelwerte und stark variabel je nach verwendetem Untersuchungsprotokoll und den o.g. patienten-spezifischen Parametern. Neuere moderne Geräte verfügen über eine direkte, digitale Registrierung der applizierten Dosis einer CT-Untersuchung (CT-Dosis-Index). Dieser Werte wird jeweils errechnet und dokumentiert. Für die Computertomographie gilt ganz besonders der Grundsatz die Indikationen eng zu stellen. Falls die Möglichkeit besteht dieselbe Fragestellung mittels Ultraschall oder Kernspintomographie zu beantworten sollten letztere Verfahren bevorzugt werden. Bei allen CT-Untersuchungen wird die individuelle Dosis Patientenbezogen überwacht, registriert und in der Patientenakte dokumentiert. (CTDI Index)

Mit unserem modernen CT-Gerät besteht die Möglichkeit in Abhängigkeit von der Fragestellung die Untersuchung in einer Low dose-Technik (reduzierte Strahlendosis) durchzuführen. Hierbei wird die Strahlendosis zu Zweck einer geringeren Strahlenbelastung auf Kosten einer geringfügig schlechteren Bildqualität (etwas höhere Unschärfe) weiter reduziert. Derartige Maßnahmen können hingenommen werden, wenn das Verfahren generell zunächst als Suchmethode oder zur erweiterten Ausschlussdiagnostik eingesetzt wird. Im Vergleich zu einer Standarduntersuchung lässt sich z. B. an der Lunge dadurch die Dosis um bis zu 90 % reduzieren. Zusätzlich bietet die moderne Multislice-Technik in der Computertomographie die Möglichkeit der multiplanaren Rekonstruktion anhand eines Datensatzes. Hierdurch lassen sich aus den querschnittsorientierend durchgeführten Schichtungen nachträglich am Computer weitere Bilder in frontaler und seitlicher Ebene errechnen. Dadurch werden weitere Untersuchungsgänge mit entsprechender Strahlenbelastung eingespart.

Anschauliche Dosisvergleiche

Vergleichbare Dosisgrößen von natürlichen und sonstigen Strahlenquellen

Die natürliche jährliche Strahlendosis eines Menschen in der Bundesrepublik beträgt 2,5 Millisievert. Die zusätzliche jährliche Belastung durch Wohnen und Arbeiten überwiegend in Häusern aus Beton und Granit beträgt zusätzlich 3 Millisievert. In größerer Höhe ist man einer erhöhten kosmischen Strahlung ausgesetzt. Bei einem Transatlantikflug (hin und zurück ca. 16 Stunden) ist der Patient einer Dosisleistung von 0,1 Millisievert ausgesetzt.

Die zusätzliche jährliche Belastung durch beruflich bedingtes Fliegen (z. B. Lufthansacrew 700 Stunden pro Jahr) beträgt ca. 3 Millisievert. Trotzdem ist das Krebsrisiko auch für das beruflich fliegende Personal (Piloten und Stewardessen) nicht erhöht. Dies konnte die weltweit größte Studie zu dieser Fragestellung beweisen: die Anzahl der Krebstodesfälle von Piloten und Stewardessen ist trotz einer jährlichen Belastung von bis zu 5 mSv statistisch nicht erhöht.

Auch in anderen beruflichen Umfeldern existieren latente Röntgenstrahlenquellen. So beispielsweise entweicht beim Betrieb eines älteren, konventionellen Computerbildschirmes in 50 cm Abstand eine messbare Dosisleistung von 1,2 Nanosievert pro Stunde. Hochgerechnet auf eine Betriebszeit von 100 Stunden entsteht somit eine Dosisleistung von 0,1 Millisievert. Selbst Gegenstände im Haushalt erzeugen eine geringe, jedoch messbare Strahlenbelastung. Beispielsweise entsteht beim Betrieb einer Energiesparlampe mit Glimmzünder in etwa 20 bis 30 cm Abstand eine jährliche Strahlenbelastung von 0,1 Mikrosievert. Auch beim Betrieb von Fernsehgeräten entweicht radioaktive Strahlung. Diese summiert sich hochgerechnet auf 365 Stunden (entspricht 1 Stunde Fernsehen pro Tag) auf eine Dosisleistung von 3 - 4 Nanosievert pro Jahr.

Vergleichbare Dosisgrößen von häufigen Untersuchungen

Die konventionelle Röntgenaufnahme des Schädels ist vergleichbar mit der Strahlenbelastung die in 3 m Entfernung etwa bei täglich 1 Stunde Fernsehen im Verlaufe eines Jahres ausgestrahlt wird. Eine Schädel- oder Extremitätenaufnahme entspricht etwa der Strahlenbelastung, die in etwa 50 cm Abstand bei der Arbeit vor konventionellen älteren Röhrenbildschirmen während der Arbeitszeit von 100 Stunden entsteht. Etwa 10 Zahnaufnahmen bzw. 5 Aufnahmen der Nebenhöhlen entspricht der Dosisleistung die über 1 Jahr verteilt aus einer Energiesparlampe mit Glimmzünder (0,1 Mikrosievert pro Jahr) entsteht.

Die Strahlenbelastung einer Mammographie ist vergleichbar mit der Strahlendosis, die ein Mensch während eines 2maligen Transatlantikfluges (hin und zurück entspricht etwa 0,2 Millisievert) erhält. Die Dosisleistung einer CT-Untersuchung des Schädels oder einer Lungen-Perfusionsszintigraphie entspricht der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung eines Menschen in der Bundesrepublik (2,5 Millisievert pro Jahr).

Die Dosisleistung, die bei einer einseitigen Phlebographie oder einer Myocardszintigraphie (einfaches Protokoll) entsteht, entspricht etwa der Dosisleistung der sich ein Mensch jährlich aussetzt der überwiegend in aus Beton und Granit errichteten Gebäuden wohnt oder arbeitet (Radonstrahlung des Gesteins).

Die Strahlenbelastung einer CT-Untersuchung der Wirbelsäule oder einer Ganzkörperskelettszintigraphie entspricht etwa der jährlichen zusätzlichen Strahlenbelastung die durch beruflich bedingtes Fliegen (beispielsweise Lufthansa-Crew mit 700 Flugstunden pro Jahr) zusätzlich ausgesetzt ist. (3 Millisievert).

Das individuelle Risiko einer Schädigung oder Krebserzeugung durch ionisierende Strahlen ist im Falle einer einzelnen Röntgenuntersuchung quasi vernachlässigbar. Bei häufigen, wiederholt notwendigen Röntgenmuntersuchungen ist das Risiko gering, aber für den Einzelfall nur bedingt abschätzbar. Aus diesem Grunde gilt zum Schutz des Patienten und der Ärzte grundsätzlich das Prinzip: Abwägung des Nutzens gegenüber dem Risiko einer jeden einzelnen Aufnahme, jede Untersuchung muss medizinisch gerechtfertigt ("indiziert") sein.

zuletzt geändert am: 10.07.2017

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